Auf 400 Einwohner oder auf 19 Quadratkilometer kommt in Israel ein Start-up. Das ist schon ziemlich beeindruckend. Im Rahmen der VN Innovation Tour habe ich gemeinsam mit 24 anderen Unternehmern aus Vorarlberg dieses spannende Land sowie einige der Start-ups bereist und jede Menge Insights mit nach Hause gebracht.

Besonders in der Software-Industrie tut sich in Israel einiges. Gleich am zweiten Tag konnten wir mit Check Point Software Technologies den Marktführer im Bereich IT-Security besuchen. Check Point hat es sich zum Ziel gemacht, mit Internet-Sicherheitslösungen die Welt allgemein sicherer zu machen. Dahingehend war es sehr interessant zu sehen, wie dort mit Veränderungen wie selbstfahrenden Autos, Drohnen oder umfassenden Cyberattacken umgeht.

Ganz allgemein ist das Thema Sicherheit in Israel mit dem Konflikt im Gazastreifen und den bewaffneten Militärs, die man überall sieht, allgegenwärtig. Das Militär gilt auch als Schlüsselfaktor für die Gründung vieler Start-ups im Technologiebereich. Durch den Pflichtwehrdienst in der hoch technologisierten israelischen Armee wird nicht nur Innovation gefördert, sondern kommt auch der eine oder die andere auf den Geschmack danach in der Technologiebranche tätig zu werden. Dass auch der israelische Staat mit niedrigen Steuern für Start-ups so einiges tut, konnten wir bei Start-up Nation Central lernen. Als non-profit Organisation vernetzt Start-up Nation Central israelische Start-ups mit internationalen Unternehmen und Regierungen.

Als eines von mindestens 356 Großunternehmen, das im Innovationsland Israel eine Forschungsniederlassung betreibt, haben wir auch bei Hilti vorbeigeschaut. Hilti arbeitet wiederum mit einigen Start-ups vor Ort zusammen. Die 6.200 Start-ups bringen vor allem zwei Sachen mit sich: Fancy Coworking Spaces, von denen wir auch welche anschauen konnten, und eine sehr spezielle Kultur des Scheiterns, wie uns Alexandra Föderl-Schmid als Israel-Korrespondentin der Süddeutschen erzählte.

Neben der Software-Industrie konnten wir noch ein anderes, aktuell sehr lukratives Segment, in Israel beobachten: die Erforschung von medizinischem Cannabis. Hier waren wir zu Besuch bei Lumir Lab. Auch für Lumir Lab gilt wieder, dass sie auf ihrem Gebiet weltweit ganz vorne mitmischen. Die Österreicherin Eveline Steinberger-Kern erklärte beim gemeinsamen Besuch in ihrem Unternehmen Fsight dazu, dass in Israel keine Zeit für Umwege bleibt und man deshalb oft schneller ins Tun kommt als in anderen Ländern. Wiederum ein Faktor, der sich auch aus der Sicherheitslage vor Ort erschließen lässt.

Neben der ganzen Start-up Action blieb auch noch Zeit für Kulturelles inklusive Stadtführung. Es bleibt mir nur noch zu sagen, dass Israel jedenfalls eine Reise Wert ist!